Jesus' sex

Let's talk about Jesus' sex - Warum Jesu Geschlecht (un)wichtig ist

Die Frage nach ...

... Jesu Geschlecht und Geschlechtlichkeit wird heute kontrovers diskutiert: Auf der einen Seite steht die Gender-Diversitätstheologie, die Vielfalt betont. Auf der anderen Seite steht die traditionelle Binarität der Geschlechter: entweder-oder Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass männlich und weibliche biologisch gar nicht so eindeutig sind, wie lange angenommen wurde.

Quelle: Elke Pahud de Mortanges: One Fits All. In: Herderkorrespondenz Spezial: Jesus gegen Christus, 2025. 53f.

entweder - oder?

Aus der Fehlannahme es gebe zwei eindeutig zu trennende Geschlechter, hat sich auch kirchengeschichtlich einiges entwickelt. Bei Lukas 2,21 steht Folgendes: “Am achten Tag nach der Geburt wurde das Kind beschnitten, wie es üblich war.” Dies wurde als Begründung dafür angesehen, dass Ämter in der Kirche nur Männern vorbehalten sind (c. 1024 CIC).

Quelle: Elke Pahud de Mortanges: One Fits All. In: Herderkorrespondenz Spezial: Jesus gegen Christus, 2025. 53f.

Aber war diese Sichtweise schon immer so starr?

Nein! Ein Blick ins Mittelalter deckt hier auf: "Mittelalterliche Theologinnen, Mystiker und bildende Künstler schrieben ihm eine Geschlechtsanatomie und Geschlechtssemantik auf den Leib, die sich einer exklusiven Zuordnung im Sinn des entweder männlich oder weiblich verweigert [...]" (Elke Pahud de Mortanges (2025) S. 54.). Von der Antike bis in das 17. Jahrhundert herrschte eine große Einigkeit, dass es nur ein Geschlecht gebe - eine Art Geschlecht für alle.

Quelle: Elke Pahud de Mortanges: One Fits All. In: Herderkorrespondenz Spezial: Jesus gegen Christus, 2025. 53f.

ein ein-deutiges Geschlecht?

„Sein Geschlecht aber ist ein einziges. Es ist das fluide und diverse Menschengeschlecht schlechthin, das das ganze Kontinuum und Spektrum von männlich und weiblich umfasst; das gerade nicht anhand genitaler Merkmale zu klassifizieren ist.“ (ebd.) Dies machte vielfältigen Zugängen zu Jesus und Gott möglich – jenseits von starren Geschlechterrollen.

Quelle: Elke Pahud de Mortanges: One Fits All. In: Herderkorrespondenz Spezial: Jesus gegen Christus, 2025. 53f.

Jesu Brust und Vulva

Die Heilige Katharina von Siena pries die Milch des gekreuzigten Jesus als „Quelle der Barmherzigkeit“. Laut ihrem Biografen gab Jesus ihr selbst seine Brust und Milch zu trinken. So wird auch der Lanzenstich Jesu am Kreuz symbolisch als Öffnung eines Muttermundes gedeutet, durch den die Geburt der Kirche aus seiner Seitenwunde eingeleitet wird - praktisch Jesu Vulva.

Quelle: Elke Pahud de Mortanges: One Fits All. In: Herderkorrespondenz Spezial: Jesus gegen Christus, 2025. 53f.

Denn was steht im Vordergrund?

Es geht also nicht darum, welches Geschlecht Jesus hat. Er wird als Sohn Gottes und als Zugang zu Gott verstanden. So vielfältig die Menschen sind, so vielfältig ist auch Jesus. Dass diese Geschlechterverengung zu exklusiven Amtsbildern geführt hat, ist nicht nur ausgrenzend – sie wird dem Ursprung nicht gerecht! Du willst mehr zu den unterschiedlichen Zugängen, die Menschen in der Vergangenheit zu Jesus gefunden haben, wissen? Dann recherchiere doch mal Alix von Schaerbeek (1120-1250).

Quelle: Elke Pahud de Mortanges: One Fits All. In: Herderkorrespondenz Spezial: Jesus gegen Christus, 2025. 53f.