"Auferstehung von den Toten"

heute noch glaubbar?!

Umfrage “Auferstehung”?

Etwa die Hälfte der Menschen in Deutschlang geht davon aus, dass mit dem Tod alles endet. Die andere Hälfte glaubt dementsprechend daran, dass es irgendwie nach dem Tod weitergehen wird. Wissenschaftlich umstritten ist, ob der Glaube an ein Leben nach dem Tod ein menschlicher Instinkt sein könnte oder vor allem durch Sozialisation entsteht. Studien zeigen zudem, dass Erfahrungen mit Tod und Sterben nicht automatisch zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Frage nach einem Leben nach dem Tod führen. Der RU kann ein Raum sein, in dem diese Fragen gestellt und diskutiert werden können. Welche Bedeutung kann heute noch der Glaube an die Auferstehung haben? (Vgl. zu den Umfrageergebnissen und Studien: Brieden u. a. 2016).

 

"Auferstehung" im RU

Die Fragen nach einem möglichen Leben nach dem Tod und die christliche Hoffnung auf die "Auferstehung der Toten”, wie es im Glaubensbekenntnis heiß, gehören zu den elementaren Themen religiöser Bildung. Sie knüpfen an grundlegende menschliche Erfahrungen an und deuten diese im Horizont theologischer Reflexionen. Der zentrale Ausgangpunkt bildet dabei das Thema Tod und Auferstehung Jesu: Tod und Auferstehung Jesu ziehen sich durch die Kernlehrpläne als zentrale Bildungsgehalte - sowohl in den inhaltlichen Schwerpunkten als auch in den Kompetenzerfahrungen.

 

Die Relevanz der Auferstehung Jesu für die Jünger:innen

Das Motiv des leeren Grabes steht symbolisch für die Überzeugung der Jünger:innen, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Die Auferstehung selbst entzieht sich historischer Rekonstruktion: die Bibel lässt an dieser Stelle eine Lücke. Historisch rekonstruierbar und für heute anschlussfähig ist jedoch die Bedeutung, die der Auferstehungsglaube für die Jünger:innen gewann und die in den Erinnerungen an Leben, Sterben, Tod und Begegnung mit dem Auferstandenen tradiert wurde. (Vgl. Pemsel-Maier 2025).

 

Der Durchbruch der Auferstehungswirklichkeit in diese Welt hinein

Mit dem Kreuzestod Jesu schien zunächst auch seine Reich-Gottesbotschaft gescheitert zu sein. Die Jünger:innen reagieren auf den Tod Jesu zunächst mit Trauer, Verzweiflung und Rückzug (vgl. Pemsel-Maier 2025). Doch die Erfahrung mit dem Auferstandenen eröffnet den Jüngern eine neue Hoffnungsperspektive: Nicht Tod, Gewalt und Scheitern haben das letzte Wort. "Die Auferweckung Christi […] gilt als der Durchbruch der Auferstehungswirklichkeit in diese Welt hinein." (Werbick 2016, S. 227)

 

Welche Relevanz kann die Auferstehung heute noch haben?

Der christliche Glaube an die Auferstehung der Toten bedeutet nicht, den Tod zu verdrängen oder zu verharmlosen. Vielmehr geht es darum, Leid und Begrenztheit ernst zu nehmen und zugleich an der Hoffnung auf Veränderungen festzuhalten - trotz aller Hoffnungslosigkeiten. Die Auferstehung eröffnet die Dimension des bereits gegenwärtigen Reich Gottes. Gerade diese Hoffnung kann dazu motivieren, nachhaltig und verändernd zu handeln, im Hier und Jetzt, nicht für ein Danach.

Auferstehung wird so zur Hoffnung gegen:

  • die Hoffnungslosigkeit
  • die Selbstoptimierung
  • die Angst vor dem Scheitern und dem Tod.

Fazit: Der RU kann ein Resonanzraum für das Hier und Jetzt sein und damit Impulse für das gegenwärtige Handeln bieten.

 

Quellen:
Albrecht-Zenk, Michaela: Heilstod Jesu, in: WiReLex (2018). URL: https://doi.org/10.23768/wirelex.Heilstod_Jesu.200338.
Brieden, Norbert/Heidemann, Astrid/Roose, Hanna: Auferstehung der Toten, in: WiReLex (2016). URL: https://doi.org/10.23768/wirelex.Auferstehung_der_Toten.100165.
Pemsel-Maier, Sabine: Auferstehung Jesu, in: WiReLex (2025). URL: https://doi.org/10.23768/wirelex.100283.
Werbick, Jürgen: Gott-menschlich. Elementare Christologie, München 2016.